Mental Health und Leistungsdruck

Wie fühlen sich SchülerInnen heute im Schulalltag?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es SchülerInnen im Schulalltag wirklich geht?
Hier ist eine mögliche Antwort: Schülerinnen und Schüler fühlen sich heute häufig unter starkem Leistungsdruck, psychisch belastet, gestresst und demotiviert. Dies äußert sich unter anderem in der Angst vor schlechten Noten und in Zukunftsängsten. Schüchterne SchülerInnen trauen sich oft nicht, sich im Unterricht zu beteiligen. Das führt häufig zu schlechten mündlichen Noten und kann den Druck zusätzlich erhöhen.

Was macht uns eigentlich so fertig?

Viele SchülerInnen fühlen sich oft „fertig“ oder erschöpft. Das liegt zum einen am hohen Leistungsdruck. Dazu gehören Noten, Prüfungen und Zukunftsängste, die zu dauerhaftem Stress führen können. Darüber hinaus vergleichen sich SchülerInnen häufig miteinander. Dabei kommen Gedanken wie:
„XY ist viel besser in der Schule als ich“ oder „Warum schaffe ich das nicht? Ich bin nicht genug, ich sollte mehr lernen.“

Diese Vergleiche beziehen sich jedoch nicht nur auf MitschülerInnen, sondern auch auf die eigene Familie, zum Beispiel auf Eltern oder Geschwister. Überlastung und fehlende Erholung, mangelnde Unterstützung und fehlendes Verständnis sowie Unsicherheit über die Zukunft setzen vielen SchülerInnen stark zu. Vielleicht kennen Sie das ja: Sie haben kaum geschlafen und sitzen trotzdem den ganzen Tag im Büro – so geht es vielen SchülerInnen ebenfalls.

„Ich dachte, ich bin allein damit …“

Das denken sicherlich viele SchülerInnen. Wie viele das tatsächlich sind, warum sie sich so fühlen und was man dagegen tun kann, möchte ich hier beantworten. Laut der COPSY-Studie (UKE Hamburg, 2024) berichten etwa 30–40 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland über psychische Auffälligkeiten oder Stresssymptome. Rund 45 % der SchülerInnen fühlen sich häufig erschöpft, und fast jede dritte Person gibt an, Angst davor zu haben, in die Schule zu gehen.

Diese Gefühle entstehen oder werden durch Vergleiche, Leistungsdruck, Schweigen, Tabus, soziale Medien und mangelnde Unterstützung verstärkt. Das sind viele verschiedene Auslöser. Doch was kann man dagegen tun?

Eine Möglichkeit wäre, in der Schule Klassenstunden, Workshops oder Projekte zum Thema mentale Gesundheit anzubieten. Außerdem könnten SchülerInnen mit KlassenlehrerInnen oder VertrauenslehrerInnen über solche Themen sprechen. Denkbar wäre auch, Zeichen zu vereinbaren, um zu signalisieren, wenn es einem nicht gut geht oder man sich in einer Situation unwohl fühlt. Untereinander kann es helfen, sich mit MitschülerInnen oder FreundInnen auszutauschen. Und vor allem sollte man sich selbst erlauben, Pausen zu machen. Niemand kann immer perfekt sein – es ist wichtig, zu akzeptieren, dass man ein Mensch ist.

Was du für dich tun kannst

Manchmal fühlt sich der Schulalltag einfach zu viel an. Wichtig ist dann, dass du dir Pausen gönnst. Geh kurz an die frische Luft, atme tief durch, trink etwas oder hör Musik. Kleine Pausen helfen deinem Kopf, wieder klar zu denken. Du musst nicht immer funktionieren.

Wie beeinflusst Leistungsdruck die mentale Gesundheit?

Leistungsdruck beeinflusst die mentale Gesundheit negativ, indem er zu psychischen Problemen wie Angststörungen, Depressionen, Burnout und Konzentrationsstörungen führen kann. Hält der Druck länger an, kann er außerdem Schlafstörungen, Erschöpfung sowie psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Magenschmerzen verursachen.

Schule ist doch die beste Zeit im Leben – oder?

Ob die Schulzeit die schönste Zeit im Leben ist, hängt von der persönlichen Perspektive ab. Viele Menschen verbinden diese Zeit mit Freundschaften und schönen Erinnerungen. Andere empfinden sie als besonders stressig und belastend. Eine Umfrage zeigt, dass 75 % der befragten Jugendlichen ihre Schulzeit mit negativen Gefühlen verbinden. Das macht deutlich, dass viele nicht der Meinung sind, die Schulzeit sei die beste Zeit ihres Lebens.

 

Autorin: Clarissa, 9a